Schimmel: Was tun, wenn Sie in Ihrer Wohnung schwarz sehen?

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Absolut dichte Fenster und Vollwärmeschutz aus wenig diffusionsoffenem Styropor an den Außenwänden schaden oft mehr, als sie nutzen, denn sie verhindern einen natürlichen Feuchtigkeitsaustausch, der früher für gesundes Raumklima gesorgt hat. Eine einzige Kältebrücke an einer unsauber isolierten Stelle reicht schon, um dem Schimmel ein breites Einfalltor zu öffnen. Übrigens: Gerade Vollwärmeschutz steht mittlerweile auch in der Kritik, weil er weit weniger Energiekosten spart, als die Hersteller gern versprechen! Wenn Sie als Hauseigentümer über energetische Sanierung nachdenken, lassen Sie sich unbedingt von einem unabhängigen Gutachter beraten! Nicht alles, was im Verkaufsprospekt gut klingt, ist am Ende auch wirklich sinnvoll.

Wir strengen uns zu sehr an,
Heizkosten zu sparen

Auf Bewohnerseite sind die Energiesparanstrengungen nicht geringer: Ein Grad weniger Raumtemperatur senkt die Energiekosten um sechs Prozent. Viele Menschen heizen deshalb weniger und lüften seltener, um keine Energie zu verschwenden. Das Problem, das daraus entsteht, ist dass dadurch eine zu hohe relative Luftfeuchtigkeit zum Dauerzustand wird. Und Schimmel braucht Feuchtigkeit! Eine relative Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent ist das ideale Klima für Schimmelbildung. Nahrung findet dieser in jeder Wohnung ausreichend: die allseits beliebte Raufasertapete beispielsweise ist ein Festmahl für Schimmelpilz, da die eingearbeiteten Holzfasern ein perfektes Nahrungsmittel sind.

 

Ein erster guter Schritt ist, die relative Luftfeuchtigkeit zu überprüfen. Ab etwa zehn Euro gibt es Hygrometer zu kaufen, die die Luftfeuchtigkeit anzeigen. Wichtig ist, diese dauerhaft unter 60 Prozent zu halten. Dafür ist es notwendig, sowohl zu heizen, als auch ausreichend zu lüften – Energiekosten hin oder her, die Schäden, auch die gesundheitlichen, die durch Schimmel verursacht werden, sind deutlich größer, als die gesparten Heizkosten. Vor allem Badezimmer und Küche, aber auch das Schlafzimmer sind von hoher Luftfeuchtigkeit bedroht. In einem unbeheizten Schlafzimmer, in dem zwei Erwachsene schlafen und das abends eine Luftfeuchtigkeit von 45 % hat, steigt die Luftfeuchtigkeit im Laufe der Nacht auf bis zu 90 % – nur durch das Schwitzen der Schlafenden. Vorsichtiges Heizen und ausgiebiges Lüften sind hier das A und O!

Was tun bei Streit
zwischen Vermieter und Mieter?

Als Mieter sind Sie verpflichtet, jeden Schimmelbefall sofort dem Vermieter zu melden. Meist wird dem Mieter die Schuld zugeschrieben, weil er angeblich zu wenig heizt und lüftet. Oft ist es auch der Vermieter, weil er Fehler bei der Sanierung gemacht hat. Letztendlich kann das nur ein Fachmann entscheiden.

Prinzipiell sind Mieter aber auch verpflichtet, ausreichend zu lüften und zu heizen. Berufstätige, die den ganzen Tag außer Haus sind, beispielsweise sollten morgens und abends je eine viertel Stunde Stoßlüften. Apropos: Fenster anzuklappen ist eine äußerst schlechte Lösung! Hier zieht zwar die Wärme, nicht aber die Luftfeuchtigkeit aus dem Raum!

Zu allen Fragen rund um Schimmelvermeidung und Schimmelbeseitigung, stehe ich Ihnen gern beratend zur Seite!